Zwölf Jahre nach den Dänen gab es 2004 wieder einen absoluten Überraschungs-Europameister:
Das von Otto Rehhagel betreute Griechenland eroberte mit einer nicht gerade zeitgemäßen und noch weniger attraktiven Spielanlage den Delaunay-Pokal. Im Finale besiegten die Hellenen im Estadio da Luz von Lissabon die Hausherren aus Portugal mit 1:0. Angelos Charisteas köpfelte den Ball nach einem Corner in der 57. Minute ins Netz.
Wien.- Dabei hatte der Weg der Griechen und der Portugiesen ins Finale einen gemeinsamen Ausgangspunkt: Schon im Eröffnungsspiel standen sich diese beiden Teams gegenüber, auch hier siegten die Griechen, und zwar mit 2:1. Nach 1:1 gegen Spanien konnten sich die Hellenen zum Vorrunden-Abschluss sogar ein 1:2 gegen Russland leisten. Im Viertelfinale schaltete die Sensationstruppe Titelverteidiger Frankreich aus, im Halbfinale waren die bis dahin groß aufspielenden Tschechen das „Opfer“ – Griechenland siegte jeweils mit 1:0, gegen Tschechien übrigens durch ein „Silver Goal“ in der Verlängerung. Die Tschechen stellten immerhin den Torschützenkönig: Milan Baros traf fünf Mal ins Netz.
Griechenlands Taktik: Abwehrbeton und Konter
Immer mehr wurde augenscheinlich, dass der rasch zum „König Rehakles“ geadelte Teamchef der Griechen offenbar genau die richtige Taktik gefunden hatte, um offensivstarke Teams zu Stoppen: Ein Libero dirigierte die Abwehr, es wurde hinten abgeriegelt und auf Konterchancen gewartet – die dann eiskalt verwertet wurden. Dagegen fand letztlich auch die „Goldene Generation“ der Portugiesen im Endspiel kein Rezept.
Portugals Euphorie im Finale gestoppt
Luis Figo und Co. hatten die Vorrunden-Gruppe A nach Siegen über Russland (2:0) und Nachbarland Spanien (1:0) noch vor Griechenland als Sieger beendet und sich dann in einem dramatischen Viertelfinale gegen England nach einem 2:2 im Elfmeterschießen durchgesetzt. Den Finaleinzug des Veranstalterlandes stellte dann ein 2:1 über die Niederlande sicher.
Österreich gegen Tschechien und Holland chancenlos
Und Österreich? Das ÖFB-Team blieb unter Teamchef Hans Krankl einmal mehr in der Qualifikation auf der Strecke. Mehr als Platz 3 hinter Tschechien und den Niederlanden war in Gruppe 3 nicht drin.